King of Tokyo

Wenn ich sagen würde, dass King of Tokyo eine Kniffel-Variante ist, ist dies einerseits richtig, andererseits aber auch nicht vollständig. Aber von vorn: King of Tokyo ist ein Ameritrash-Spiel aus dem Jahr 2011 von keinem geringeren als Richard Garfield. 2016 ist eine neue Version herausgekommen, die sich aber von der alten lediglich in der Gestaltung und in der Abwandlung einiger Charakter Charaktere unterscheidet. Schön finde ich an dem Spiel bereits, dass es von 2-6 Spielern gespielt werden kann. In unserer Spielegruppe kommt es häufiger vor, Das eine Gruppe aus fünf oder sechs Spielern besteht. Hier ist die Auswahl an Spielen häufig begrenzter. Ganz klar muss man hier auch sagen, dass das Spiel mit mehr Spielern besser funktioniert.

King Of TokyoAber worum geht es überhaupt? Die Story ist, dass man… Ach Quatsch. Story kann man das nicht nennen. Man gewinnt mit 20 Ruhmespunkten. Oder wenn man als letztes Monster übrigbleibt. Ruhmespunkte erhält man in dem man in Tokio einmarschiert und dortbleibt. Grob gesagt gibt es dann zwei Orte an denen sich ein Monster aufhalten kann: in Tokio und außerhalb von Tokio. Wo sich das Monster aufhält, bestimmt ein wenig, welche Fähigkeiten und Nachteile das Monster hat.

Und hier kommen schon die Würfel ins Spiel. Die Würfel sind so genannte Custom Dice mit verschiedenen Symbolen. Zum einen gibt es Zahlen von 1-3, zum anderen gibt es eine Pranke, zum dritten ein Herz und zuletzt ein Energiesymbol. Wenn Pranken gewürfelt werden, ziehen sie dem Monster, das in Tokio steht, Lebensenergie ab, wenn sich das austeilende Monster außerhalb Tokios befindet. Das Monster innerhalb Tokios teilt mit seinen Pranken jedoch Schaden an jedes außerhalb von Tokio befindliche Monster aus. Mit den Herzen kann man seine Lebensenergie wieder auffüllen – allerdings nur, wenn man sich nicht in Tokio aufhält. Ein gefährliches Pflaster. Mit den Zahlen kann man wiederum, ob in Tokio oder außerhalb, bei wenigstens drei gleichen Werten ebenfalls Ruhmespunkte erlangen. Und mit den Energiesymbolen erhält man Energiebrocken (kleine, grüne, transparente Würfel), die man einsetzen kann, um Karten zu kaufen, mit denen man Sonderfähigkeiten erwerben kann. Diese sind entweder einmalig einzusetzen oder permanent.King Of Tokyo

Damit man Fortuna nicht nur ausgesetzt ist, kann man – ganz dem oben genannten Branchenprimus entsprechend – drei Mal würfeln und jedes Mal beliebige Würfel erneut würfeln. So kann man auf seine Wunschkombination hinarbeiten.

Das Spiel ist stimmig. Es erhebt nicht den Anspruch besonders tiefsinnig zu sein und abgestimmte Mechaniken zu haben. Aber in unseren Runden, in denen das Spiel ein beliebter Absacker ist, kommt es gut an. Selbst, wenn die Konzentration nach ein paar Stunden Nippon etwas nachlässt, kann dieses Spiel aus dem fernen Osten noch weitere 15 bis 30 Minuten begeistern. Dazu tragen auch die kurzen Regeln ein, die auch Wenigspieler an den Tisch locken. Die Monster im Comicstil, dazu passend die toll illustrierten Karten, Custom Dice und die Energiebrocken sind wertig und passen zu dem Spiel, das sich selbst nicht ernst nimmt. Der Strategieanspruch ist sicherlich nicht sehr hoch, aber dennoch gilt es immer wieder neue Entscheidungen zu treffen: Gehe ich nach Tokio? Setze ich auf Ruhmespunkte, um selbst voranzukommen oder verpasse ich dem Monster in Tokio welche, damit dieser nicht einfach nur dort Ruhmespunkte kassieren kann. Dann profitieren aber vielleicht meine Mitspieler davon, während ich geschwächt dort rein muss… Schön finde ich an King of Tokyo, dass jedes Spiel ein wenig anders ist. Je nach ausliegenden Sonderkarten oder Mitspielern lohnt es sich, ehemals erfolgreiche Strategien zu überdenken. Und dann macht einem das Würfelpech vielleicht doch einen Strich durch die Rechnung. Aber egal: eine Runde geht noch.

Wertung:

Christian 9King Of Tokyo